9. Oktober 2015

Wenn die Produktion eingestellt wird

Nach fast 20 Jahren hat man gewisse Dinge im täglichen Leben liebgewonnen, zum Beispiel eine Sonnenbrille. Ja sicher, nach der Zeit könnte es auch eine Neue sein. Aber oft sind es persönliche Erinnerungen, die einen dazu bewegen, an diversen Dingen festzuhalten. Und solange der Hersteller Ersatzteile bereithält! Doch irgendwann geschieht das Unvermeidliche. Beim letzten Anruf verkündet der Hersteller, die niederschmetternde Nachricht. "Es tut uns wirklich schrecklich Leid, aber wir haben die Produktion dieser Serie eingestellt."

So geschehen bei besagter Sonnenbrille. Die Schraubenbohrung war wieder mal ausgebrochen.

Ausgebrochene Schraubenbohrung
Ausgebrochene Schraubenbohrung
Diesmal wurde für die Erstellung des Ersatzbügels nicht ein 3D-Scan angefertigt. Über eine klassische boolsche Operation konnte im CAD-System der Körper erstellt werden. Nach ca. einer halben Stunde war das Modell für den 3D-Druck bereit. Wegen der Freiformfläche entschied ich mich für das Lasersintern (SLS).

Brillenbügel im SLS 3D-Druck hergestellt
Brillenbügel im SLS 3D-Druck hergestellt
Die Bohrung wurde nur auf einer Seite angedeutet, um die genaue Lage zu bekommen. Da Bohrungen unter einem Millimeter im 3D-Druck nicht mehr gefertigt werden können, wurden diese später auf das Nennmaß aufgebohrt.

Die Oberflächenveredelung erfolgte durch einen Feinschliff mit anschließender Grundierung, einer farblichen Lackierung und zuletzt einem Klarlack Schutz.

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